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zum Jahr des Apfels 2020

 

(Klicken Sie bitte auf das Bild, um das Video zu betrachten.)

Ein Zeichen der Hoffnung und der Liebe Gottes

von Ulrike Bletzer, Rhein-Lahn-Zeitung, Ausgabe RL, vom 08.06.2020, Seite 17

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Kloster Bornhofen verfügt jetzt auch über Pilgerstempel

Nur wenige Tage nach der Eröffnung der Ausstellung zum Jahr des Apfels im Franziskaner- und Wallfahrtskloster Bornhofen konnte Pater Eryk Kapala den Pilgerstempel für den Rhein-Camino in Empfang nehmen. Der Wallfahrtsseelsorger zeigte sich sehr erfreut, denn nun haben Pilger und auch Wanderer auf dem Rheinsteig die Möglichkeit, neben dem Stempel fürdie Ausstellung zum Jahr des Apfels auch den Stempel für den Jakobsweg zu erhalten. Beide Stempel befinden sich im Bereich der Ausstellungsfläche am Marienplatz der Wallfahrtskirche. Der Zugang erfolgt über ein Portal hinter der PilgerhalleDie Franziskaner vom Kloster Bornhofen gehen seit ein paar Jahren neue Wege, indem sie die Wallfahrtsaison mit aktuellen Themen versehen, die alle Menschen angehen. Verbunden damit ist immer eine Ausstellung auf dem Marienplatz, der dem Jahresmotto entsprechend umgestaltet wird. Dabei setzen

die Ordensleute auf visuelle und akustische  Informationsmöglichkeiten zum Thema, die man in der Abgeschiedenheit des Ortes in Ruhe nutzen kann. So zierte 2018 im Jahr des Wassers ein Springbrunnen und danach im Jahr des Weines ein Weinberg den Marienplatz. Zum Jahr des Apfels steht im Zentrum der Baum der Erkenntnis, der von verschiedenen Apfelbäumchen umrahmt wird.
Die Franziskaner vom Wallfahrtskloster Bornhofen freuen sich über zahlreiche Besucher. Die Ausstellung ist von Ostern bis Oktober täglich geöffnet.

Ansprechpartner für die Ausstellung ist Pater Eryk, der sich darüber hinaus gerne für alle Pilger und Wanderer Zeit für Gespräche nimmt (pater.eryk @
googlemail.com).

Weitere Informationen über das Kloster, die Wallfahrten und weitere Angebote gibt es auf dieser Website.

Freundeskreis aktiv bei der Ausstellung auf dem Marienplatz

 

Die Ausstellungseröffnung zum Jahr des Apfels ist, bedingt durch die Corona-Krise, leider ausgefallen. Doch im Mai werden durch die anstehenden Lockerungen hoffentlich auch Ausstellungen und Museen unter Auflagen besucht werden können. Mit tätiger und finanzieller Unterstützung des Freundeskreises ist auf dem Marienplatz des Klosters wieder eine sehenswerte Ausstellung entstanden. 

Neun Informations-Banner zum Thema Apfel, von der Bibel bis zur Ernährung, und Info-Stationen zum Hören und Lesen, sowie ein liebevoll arrangierter Apfelhain laden zum Verweilen in diesem schönen Ambiente ein. Der Mittelpunkt der Ausstellung ist der Baum der Erkenntnis aus dem Garten Eden, in diesem Fall interpretiert in Form eines 5 Meter hohen Holzapfelbaumes.

Hochwertiger Apfelsaft, Selbsterzeuger-Apfelgelee und natürlich herrliche Äpfel werden gegen eine Spende angeboten, so dass der Besucher damit letztlich alle Facetten des Themas Apfel sehen, fühlen und schmecken kann.

Erstmals steht für Wanderer auch eine Stempelstation auf dem Marienplatz bereit. Dort kann sowohl ein Stempel für Rheinsteig-Wanderer als auch zusätzlich dazu ein Rhein-Camino-Stempel (Jakobsweg) abgeholt werden.

Bildergalerie zur Ausstellung "Jahr des Apfels"

Der Korb mit den wunderbaren Sachen

 

- eine Einstimmung zum „Jahr des Apfels“ -

 

Genesis 3,3 (aus der Paradiesgeschichte)

 

„... von den Früchten des Baumes, der in der Mitte des Gartens steht, hat Gott gesagt: Davon dürft ihr nicht essen und daran dürft ihr nicht rühren, sonst werdet ihr sterben.“

 

Der Korb mit den wunderbaren Sachen

(ein afrikanisches Märchen nach dem Motiv von Genesis 3,3)

 

Als die Frau in das Haus des Mannes kam, trug sie einen Korb bei sich. „Niemals darfst du in diesen Korb schauen“, hatte sie zu ihm gesagt. „Wenn du es dennoch tust, wird uns ein großes Unglück treffen.“

 

Nach einiger Zeit, als der Mann allein im Haus war, schaute er in den Korb. Die Frau wusste, was geschehen war. Sie sah ihn an und weinte: „Du hast in den Korb geschaut.“ Der Mann lachte nur und sagte: „Du dumme Frau, da ist ja gar nichts drin.“ Aber noch während er dies sagte, wendete sie sich von ihm ab, ging in den Sonnenuntergang und wurde auf der Erde nie mehr gesehen.

 

Die Frau ging nicht, weil der Mann sein Versprechen gebrochen hatte, sie ging, weil er die schönen Sachen, die sie für sie beide mitgebracht hatte, nicht sehen konnte.

 

 

Was in dem Korb war?

 

Kinder im Grundschulalter antworten manchmal: Äpfel, Birnen, Obst... viele aber auch:

 

Die Frau hatte für ihren Mann und für sich die Liebe, das Glück, das Schöne mitgebracht.

 

Pater Eryk Kapala OFM

Manfred Reichgeld

 

 

Jahr des Apfels in der Wallfahrtskirche in Bornhofen

 

 

Liebe Pilgerinnen und Pilger,

Liebe Freunde,

 

für die Wallfahrtszeit 2020 habe ich das Motto gewählt: „Apfel“. Wenn wir den Apfel in der christlichen Tradition betrachten, dann sind wir schnell im Paradiesgarten unter dem Baum der Erkenntnis: Eva, Adam, Schlange. Die ersten Menschen verlieren das glückliche Leben. Sie erkennen, dass Sie durch Ungehorsam Gott gegenüber gesündigt haben. Ein großer Schock, Furcht und Leid. Das ganze Leben der Menschen ist zusammengebrochen. Das Paradies ist nicht mehr da: die Sicherheit, die Geborgenheit und das Vertrauen. Adam und Eva müssen von Neuem anfangen. Eine neue Welt müssen sie bauen, weil sie die Liebe Gottes und Seine Gebote nicht geachtet haben.

Liebe Schwestern und Brüder im Herrn,

eine ähnliche Situation können wir seit ein paar Wochen in unserer Welt erleben. Das Vertraute, das Sichere, das Selbstverständliche ist nicht mehr da. Es war noch nie in der Menschheitsgeschickte, dass die Menschen so eine globale, überdimensionale und lähmende Wirkung in ihrem Leben wahrnehmen müssen: Verbote, Beschränkungen, Isolation, Angst.

Der blaue Planet hat endlich Stopp gemacht. Gott sei Dank! Es ist eine Chance für uns alle -trotz der schrecklichen Auswirkungen durch das Corona-Virus-

bereits bis jetzt und auch weiterhin. Aber wir Menschen haben uns – wie Adam Eva hatte und Eva Adam. Wir sind uns und so aufeinander angewiesen wie nie zuvor und haben nun Zeit für Dinge, für die wir vorher glaubten, keine Zeit zu haben. Zeit für Fragen nach dem Sinn des Lebens, nach meinen Beziehungen zum Nächsten, zu Gott und zu mir selbst. Was ist das wirklich wichtig in meinem Leben?

Es ist keine einfache Zeit für uns alle. Aber es ist eine Zeit, in der wir Menschen auf der ganzen Welt von Neuem anfangen können. Die Natur, die Schöpfung Gottes ist durch uns Menschen so ausgebeutet, so verschmutzt und so geschunden wie nie zuvor. Auch unsere menschlichen Beziehungen sind sehr belastet. Wir Menschen voller Egoismus haben gedacht, dass das Wichtigste nur mein „Hab und Gut "ist. Unter welchen Umständen die Menschen in Afrika, Asien, Südamerika leben hat uns bisher nicht besonders berührt. Die Corona-Virus-Krise zeigt uns, dass wir alle eine gemeinsame Herkunft haben. Wir haben den einen Vater, unsern lieben Gott. Wir sind verbunden und haben die Verantwortung für unsere Mutter Erde und ihre Kinder. Was „Friday for Future“, „Green Peace und viele, viele andere Gruppen nicht erreicht haben, hat das Corona-Virus erreicht, so unglaublich das auch klingen mag.

Im Laufe der Menschheitsgeschichte hat Gott vieles zugelassen, damit sich die Menschen zum Schöpfer des Lebens bekehren. Gott will den Menschen nicht vernichten. Er gibt uns immer wieder viele Möglichkeiten zum Nachdenken, zur Umkehr, um mit dem Nächsten, mit sich selbst und mit unserer Welt gerecht, liebevoll und barmherzig umzugehen. Es hängt von uns Menschen ab, ob wir diese Situation gut und positiv ausnutzen, damit die nächsten Generationen unseren blauten Planeten als ein Paradies erleben können: ohne verschmutzte Meere und Ozeane, ausgeraubte Wälder und vergiftete Felder.

Der liebende Gott gibt uns eine große Chance, unser Leben besser, gerechter und sinnvoller zu gestalten. Das liegt in meiner und in deiner Hand! Gott ist immer mit uns, wie Er nach der Vertreibung aus dem Garten Eden mit Adam und Eva war. Er hat uns seinen Sohn Jesus Christus gegeben, damit wir das Leben in Fülle haben. Nicht nur das irdische, sondern auch das ewige Leben.

Und hier in diesem wunderbaren Marienwallfahrtsort Bornhofen dürfen wir seit fast 800 Jahren auf die Fürsprache der Gottesmutter Maria hoffen. Sie ist da, sie ist präsent. Die Votivtafeln unter der Empore in der Wallfahrtskirche bestätigen, dass die Mutter Gottes bei Ihrem Sohn Jesus viele Anliegen und Bitten der Menschen erhört hat und bei Jesus zahlreiche Gnaden erflehen konnte und kann.

Ich bete mit meinen Mitbrüdern jeden Tag um 21.00 Uhr vor dem Gnadenbild der schmerzhaften Muttergottes den Rosenkranz in allen Anliegen der Corona-Virus-Krise und die Kirchenglocken, die ich 5 Minuten vor 21.00 Uhr läuten lasse, laden uns alle ein, da wo wir sind, zu Gott zu beten, besinnlich zu bleiben – jede und jeder auf seine Art und Weise.

Ich hoffe, bald wieder viele Pilger, Wanderer, Touristen und Passanten bei der Muttergottes in Bornhofen willkommen heißen zu können.

Gott segne Sie alle reichlich und erteile Ihnen viele Gnaden und besonders Gesundheit an Leib und Seele.

 

Ihr

Pater Eryk ofm

Start: 19.12.2015