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1757, 1780:
Visitationen
1918: Die Gnadenkapelle im Wandel
Im Archiv des Klosters
befindet sich ein Brief des o.g. Wohltäters, in
dem dieser in deutlichen Worten sein
Unverständnis darüber ausdrückt, dass „die schön
gemusterten Marmorplatten“ in der Gnadenkapelle
bei der letzten Renovierung „einfach mit weißem
Putz übertüncht“ wurden. |
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1860: "Neues Bornhofen“
Mit dem Bau der Nassauischen Staatseisenbahn
(auf der Strecke
Frankfurt-Köln) entwickelte sich ein neues
Bornhofen: „Am 22. März 1860 durchbrach man die
Gartenmauer des früheren Kapuzinerklosters, um
den breiten Eisenbahndamm durch die schöne
Gemarkung zu führen... Die heutige
materialistische Zeitrichtung scheut kein
Klostergut, um ihr Ziel zu erreichen“ (Chronik
des Klosters). Am 22. Februar 1862 fuhr dann der
erste Zug von Rüdesheim nach Oberlahnstein.
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1774: 13
Beichtstühle
Im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts kam es
„wegen der zahlreichen Prozessionen zu einem
ungeheuren Andrang von Pilgern“. Regelmäßig
erschienen jedes Jahr 62 Prozessionen. „Aus dem
Kölner Land“ waren die Wallfahrer manchmal 3
Tage unterwegs
Im Jahr 1774 besaß die Wallfahrtskirche 13
Beichtstühle. Um der großen Zahl von Beichtenden
genügen zu können, war auf dem Platz vor dem
Kloster längs der Südseite der Kirche eine
offene Halle erbaut, in der mehrere Beichtstühle
aufgestellt wurden.
1726: Weihegaben
Einen Teil der goldenen und
silbernen Weihegeschenke hatte der Provisor der
Wallfahrtskirche Pastor Seyfried im Jahre 1726
dazu verwendet, um eine neue Monstranz und ein
Ciborium daraus anfertigen zu lassen. Sie hatten
kaum im Tabernakel gestanden, als sie in der
Nacht des 24. November 1726 gestohlen wurden –
samt einem zweiten Ciborium, zwei silbernen
Lampen und einer silbernen Krone vom Haupte der
Muttergottes.
1681-1743: Gnadenerweise Die vertrauensvolle Verehrung und Anrufung der Schmerzhaften Mutter vor ihrem Gnadenbild ist manches Mal mit einer Erhörung belohnt worden. In einem alten Verzeichnis (Inventarium miraculorum) wurden die Gnadenerweise (gratiae) bezeichnet, die auf die Anrufung der heiligen Jungfrau in den Jahren 1681-1743 geschehen sind. Zu den genannten wunderbaren Gnadenerweisen in körperlichen und geistigen Anliegen bemerkt der Verfasser, dass es sich „um Tatsachen oder, wenn man will, außerordentliche Gebetserhörungen und keine eigentlichen Wunder handelt, die darum keinen anderen, als einen bloß historischen Glauben beanspruchen“. D.h., dass zwischen dem „materiellen Bild“ und einer etwaigen Erhörung oder Heilung kein innerer ursächlicher Zusammenhang besteht. Gott selbst ist die wirkende Ursache. Die vielen Gebetserhörungen werden auch durch die Votivtafeln bezeugt, die sich im Eingangsbereich der Wallfahrtskirche befinden (früher zu beiden Seiten der Gnadenkapelle).
1917: Niederrheinische Schiffswallfahrt Die Begeisterung der Teilnehmer/innen war so groß, dass vom 15. bis 17. August 1917 eine zweite Wallfahrt stattfand. Seitdem gehört die Niederrheinische Marienwallfahrt auf dem Rhein zu den regelmäßigen Wallfahrten nach Bornhofen. Sie findet an 3 Tagen der Pfingstwoche und in der letzten Augustwoche statt.
1850:
„Altötting für den Rhein“
Auf der berühmten Bischofskonferenz von 1848 in
Würzburg wurden zur Neubelebung des religiösen
Lebens Exerzitien für Priester und „Missionen
für das katholische Volk zu halten“ beschlossen.
1587: Sage von den feindlichen Brüdern
Endlich
wiesen sie die Blinde aus der Burg und gaben ihr
nur ein altes Muttergottesbild mit auf den Weg,
fest erwartend, dass sie den steilen Felsen
hinunterstürzen würde. Hildegard aber langte
unter dem Schutz der heiligen Gottesmutter
wohlbehalten unten an und baute das Kirchlein
und ein Kloster, in welchem sie die erste
Äbtissin war.“
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1709: Fließendes Wasser Schon 1709 gab es im Kloster - in der im Ostflügel gelegenen Küche und in der „großen Konventstube“ (Refektorium) – fließendes Wasser. In einer Brunnenkammer oberhalb des letzten Hauses wurde das Wasser einer im Bergwald entspringenden Quelle gesammelt, und von dort lief es durch eine Rohrleitung ins Kloster. – Vor dem Ostflügel beim Felsen gelegen gehörte damals auch ein Ziehbrunnen zum Kloster und innerhalb dieses Flügels eine tiefe Zisterne.
Über der Küche und dem Refektorium befanden sich 19 kleine Zellen (7:5 Fuß) – die kargen Wohnräume der Patres und Brüder. Geheizt konnten die Zimmerchen nicht werden; sie empfingen zur kalten Winterszeit durch kleine verschließbare Öffnungen aus dem darunter liegenden Speisesaal und der Küche etwas Wärme. |
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Nahe der Vorhalle der Wallfahrtskirche befindet sich eine über Lebensgröße aus Sandstein gehauene Figur des hl. Franziskus von Assisi – dargestellt mit einem Kreuz in der Rechten, den Wundmalen und im Ordensgewand der Kapuziner (von 1679 bis 1813 in Bornhofen). Es war geplant, dass aus den fünf Wunden Wasser springen und in ein Becken laufen sollte „zur Labung der zur Sommerzeit ermatteten Pilger“. 1760 richtete P. Guardian Josef Justus ein Bittgesuch an den Kurfürsten, das Vorhaben vollenden zu lassen. Doch die fürstliche Hofkammer beließ es bei einer „truckenen Statua“. Die Barockfigur steht in einem Steingehäuse, an dessen Stirnseite das Wappen des Stifters Kurfürst und Erzbischof Johann Hugo von Orsbeck (1676-1711) angebracht ist. |
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1813: Innere Anlage des Klosters
Aus einem alten Grundriss und einem Inventarium aus dem Jahr 1813 ist die ehemalige innere Anlage des Klosters ersichtlich: Im Ostflügel lagen die Wohnräume der Klosterfamilie über den großen Konventstuben, der Küche und dem Refektorium. Im 1. Stock, dem Domitorium, befanden sich 19 Zellen: „7 Fuss in der Länge, 5 Fuss in der Breite und 6 Fuss in der Höhe“. Die kleinen unbeheizten Räume boten nur Platz für ein Bett, einen kleinen Tisch und einen Schemel zum Sitzen. Die Fenster hatten die Größe von 80:60 cm. Im Rheinflügel des Kloster befanden sich dagegen große Räume mit prächtiger Ausstattung. Der Kurfürst Johann Hugo hatte sie für sich zum Wohnen herrichten lassen, wenn er sich von sein Regierungsgeschäften hierher zurückzog. Auch der Landgraf Ernst von Hessen-Rheinfels hatte zwei fürstliche Zimmer im Südflügel des Klosters (später „Fürstenflügel“ genannt).
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1852: Geistliche Übungen
Auf Ersuchen des Limburger Bischofs Peter Joseph Blum (1842-1884) leitete Pater Superior Johann Baptist Eichelsbacher im März 1852 die ersten geistlichen Übungen der neu entstehenden Kongregation der „Armen Dienstmägde Jesu Christi“ (ADJC) von Dernbach/Westerwald. Teilnehmerinnen waren die ersten vier Schwestern und die 1978 selig gesprochene Stifterin Maria Katharina Kasper. Über die Vorträge von Pater Eichelsbacher berichteten die Schwestern Bischof Blum: „Wir haben zwar nichts Neues und Unerhörtes vernommen... (aber) wir waren alle so recht durchdrungen von den Wahrheiten, welche unser gottinniger Pater in ganz einfachen und schlichten Worten, aber voll Wärme und Klugheit und mit einem Gefühle, welches aus Erfahrung sprach, uns vortrug.“ Pater Eichelsbacher starb 1889 in Rom im Rufe der Heiligkeit. Von 1850-1873 betreu-ten Redemptoristen die Bornhofener Wallfahrtsstätte.
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1873: Die zweite Aufhebung des Klosters
Als am 19. Juni 1872 das Aufhebungsgesetz mehrerer Orden vom Reichstag angenommen wurde, betraf dies auch das Kloster Bornhofen. In tiefer Sorge begab sich Bischof Peter Josef Blum am 27.6.1872 (bis zum 6.7.1872) zu den Redemptoristen seiner Lieblingsstiftung nach Bornhofen. Kaiser Wilhelm befand sich damals im nahen Bad Ems zur Kur. Es bedurfte seiner Genehmigung, damit das beschlossene Aufhebungsgesetz in Kraft treten konnte. Bischof Blum unternahm einen letzten Versuch. Die erbetene Audienz (in Bad Ems) wurde ihm vom Kaiser zwar gewährt, seine dringliche Bitte aber, den Beschluss des Reichstages nicht zu bestätigen, blieb unerfüllt. Kaiser Wilhelm I. unterzeichnete am 4. Juli 1872 das Aufhebungsgesetz („Jesuitengesetz“). Am 18.10.1873 endete nach nur 23 Jahren das segensreiche Wirken der Redemptoristen in Bornhofen mit der Abreise der letzten Patres und Brüder. |