Der Bezirk Rhein-Lahn

Das Bistum Limburg ist in insgesamt 11 Bezirke untergliedert. Der Rhein-Lahn ist dabei - was die Katholikenzahl betrifft - einer der kleineren Bezirke. In ihm wohnen knapp 28.000 Katholiken. Das Gebiet umfasst, bis auf die Verbandsgemeinden Diez und Katzeneinbogen und die Ortschaft Arzbach, den Kreis Rhein-Lahn. Im Süden und Osten begrenzen die Bezirke Rheingau und Limburg den Bezirk, im Norden der Bezirk Westerwald. Im Westen grenzt der Bezirk an das Bistum Trier.

Der Bezirk ist derzeit aufgegliedert in fünf Pastorale Räume mit zusammen 18 Kirchengemeinden. Geleitet werden die Pfarreien in den Pastoralen Räumen durch zurzeit insgesamt fünf Pfarrer. Hinzu kommen weitere Priester, Diakone, Pastoral- und Gemeindereferent(inn)en im pastoralen Dienst. Insgesamt arbeiten in den Pfarreien des Bezirks rund 22 Hauptamtliche; hinzu kommen einige Mitarbeiter/innen in der sogenannten kategorialen Seelsorge (z. B. im Krankenhaus, in der Schule usw.), sowie die Mitarbeiter/innen beim Caritasverband für den Bezirk Westerwald - Rhein-Lahn e.V. und den Fachstellen (Amt für katholische Religionspädagogik; Katholische Fachstelle für Jugendarbeit Westerwald/Rhein-Lahn; Katholische Familienbildungsstätte Westerwald/Rhein-Lahn; Katholische Erwachsenenbildung - Bildungswerk Westerwald - Rhein-Lahn).

Ab 1. Januar 2012 wird vom Bistum Limburg in allen Bezirken, die schon visitiert wurden, ein neuer Zuschnitt der Pastoralen Räume festgelegt.

 

Ausgangspunkt und Gründe für die anstehenden Veränderungen

Mehrere Gründe führten zu notwendigen Überlegungen über die künftige Gestalt der katholischen Kirche im Rhein-Lahn:

Die innere Prägung der Pfarreien

Die Pfarreien haben sich in ihrem Innenleben in den letzten Jahren stark verändert. Die Zahl derer, die zwar Mitglied der Gemeinde sind, aber am Gemeindeleben kaum teilnehmen oder sich für Gemeinde engagieren, ist deutlich gestiegen. Diesen Veränderungen haben die Gemeinden kaum Rechnung getragen. Kirche ist heute bei uns nicht mehr eine sogenannte »Volkskirche«, wie man sie aus vergangenen Jahrzehnten kennt. Glauben wird vielfach nicht mehr von Jüngeren aus Tradition übernommen. Es bedarf neuer Überzeu­gungskraft und eines missionarischen Ansatzes. Gemeinden müssen sich als Glaubensgemeinschaften verstehen, die aus der Kraft des Evangeliums leben. Das Bischof-Blum-Kolleg des Bistums soll hier Haupt­und Ehrenamtliche für den inneren Wandlungsprozess schulen und stärken.

Die Entwicklung der Katholikenzahl

In den letzten 10 Jahren gab es im Bezirk Rhein-Lahn einen Rückgang von gut 3.450 Katholiken. Damit sind zwar immer noch 36 % der Einwohner im Rhein-Lahn katholisch. In den kommenden Jahren ist aber nicht zuletzt durch den demografischen und gesellschaftlichen Wandel mit einem weiteren Rückgang zu rechnen. Kleinere Pfarreien kommen damit zunehmend an die Grenze ihrer Lebensfähigkeit.

Zahl der Priester

Die Zahl der Priester ist seit Jahren rückläufig. Langfristig gesehen wird es noch weniger Priester geben. Das System, einem Pfarrer immer mehr Pfarreien zusätzlich anzuvertrauen, ist mittlerweile an eine Grenze gekommen und kann so nicht fortgesetzt werden.

Zahl der Hauptamtlichen in der Pastoral

Die Zahl der in der Pastoral tätigen Pastoral- und Gemeindereferent(inn)en ist langfristig ebenfalls rückläufig. In Zukunft wird es nicht mehr möglich sein, jeder jetzigen Pfarrei einen Hauptamtlichen vor Ort zur Verfügung zu stellen.

 

Die Pfarrei Neuen Typs

Um diesen Herausforderungen zu begegnen hat sich das Bistum Limburg entschlossen, aus den neu entstehenden Pastoralen Räumen "Pfarreien Neuen Typs" werden zu lassen, Damit wird ausgedrückt, dass sie anders zu sehen sind als die bisherigen Pfarreien, die als ortsgebundene Größe mit einer Kirche im Mittelpunkt verstanden wurden.

Man kann diese Pfarreien neuen Typs als »Gemeinschaft von Gemeinschaften« bezeichnen, denn sie setzen sich aus den bisherigen Pfarreien und weiteren Orten kirchlichen Lebens (z. B. in Einrichtungen) zusammen.

Gemeindeleben vor Ort soll es dabei weiterhin geben. Hier wird es sehr auf das Engagement der Menschen vor Ort ankommen. Ortsausschüsse sollen die Geschicke vor Ort in die Hand nehmen, ohne direkt in Gremien aufzugehen und eine vereinsähnliche Struktur aufzubauen.

Auf der Ebene der Pfarrei sind dann der Pfarrgemeinderat und der Verwaltungsrat angesiedelt. Hier wird noch genau zu schauen sein, wie eine vernünftige und zielorientierte Arbeit dieser Gremien mit Unterstützung anderer (z. B. in den Verwaltungsaufgaben) aussehen kann. Ebenso ist im Prozess zu klären, wie das Verhältnis von Gemeinde vor Ort und der Pfarrei bestimmt werden kann.

Die Pfarrei neuen Typs wird von einem Pfarrer geleitet. Sein Dienstsitz ist an der Pfarrkirche der Pfarrei. Die bisherigen Pfarrkirchen werden dann zu Filialkirchen der neuen Pfarrei. Sie bleiben aber Ort der Sakramentenspendung und der Gottesdienste. Die Hauptamtlichen in der Pastoral bilden das Pastoralteam der Pfarrei. Hierzu gehören weitere Priester, Diakone, sowie Pastoral- und Gemeindereferent(inn)en. Die Einsatzebene ist damit nicht mehr primär ein bestimmter Ort/ sondern die Pfarrei mit ihren verschiedenen Orten.

Am Dienstsitz des Pfarrers wird es ein zentrales Pfarrbüro geben, das ausreichend erreichbar sein wird. Daneben sind weitere sogenannte KontaktsteIlen mit festen Sprechzeiten geplant. Je nach Prozess wird es zunächst sicher noch weitere Pfarrbüros geben.