Weihnachten 2021

 

Wie Salz und Mehl alles verändern und zu Brot werden, so können wir einander Brot sein: all das, was Menschen zum Leben brauchen: Geben und Nehmen … unsere Liebe, die nicht weniger wird, wenn wir sie teilen. Jesus sagt: „Ihr seid das Salz der Erde.“ Das war unser Thema, dem wir in diesem Jahr in so vielfältiger Weise nachgegangen sind. Jesus selbst ist das Brot, das Leben gibt und Frieden stiftet und Fremde zu Schwestern und Brüdern macht.: durch sein Wort und in der Eucharistie.

 

Weihnachten … Bethlehem … das neugeborene Kind in der Krippe, das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene der ganzen Schöpfung. In Jesus ist das Geheimnis sichtbar geworden, was uns der unbegreifliche Gott des Lebens und der Liebe zugedacht hat. „In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen, und das Licht leuchtet in der Finsternis...“ In Bethlehem wird endgültig sichtbar, wer und wie Gott ist und wie er uns von Anfang an gedacht und gewollt hat: frei, gleich und geschwisterlich.

 

Tief in unserem Innern lebt der Traum, wenn doch immer mehr wahr würde, was mit der Menschwerdung Gottes in Bethlehem begonnen hat... - Weihnachten: der unsichtbare Gott tritt an unsere Seite und bietet uns an: ich bin bei dir, jetzt und über alle Zeit hinaus. - Von dieser Hoffnung leben wir: Niemals mehr wird das Licht von Bethlehem verlöschen – und nicht verstummen werden die verborgenen Sprachen zwischen Himmel und Erde.

 

Meine Mitbrüder und ich wünschen Ihnen und Ihrer Familie das Licht und die Freude der Weihnacht.

 

Pater Eryk Kapala OFM

Guardian

Vertrauen

 

Die Schriften des Neuen Testaments erzählen von dem Wunder jenes Vertrauens, das Jesus in diese Welt zu bringen kam und befreiend und heilend vorgelebt hat. In allem wird sichtbar, dass wir innerlich wahr werden, indem wir tiefer vertrauen, intensiver zu lieben und mutiger zu hoffen wagen.

 

Vertrauen ist ein „Relationsbegriff“. Er bezieht sich auf das Verhältnis zum Gegenüber und auf die Beziehung der Vertrauensperson zu sich selbst (reflexive Relation). Beim Vertrauen in andere muss ein Selbstvertrauen vorausgehen, um in der „Hoffnung auf Gutes“ bestimmt zu werden... Nur wenn das Ich sich selbst wahrnimmt und als von Natur aus offen und erreichbar für die Rede Gottes ist, kann das Vertrauen entstehen, das Jesus meint, wenn er von der Wahrheit und der Liebe spricht. Es ist klar, dass Offenbarung undenkbar ist, wenn nicht Gott als ein redefähiges, personales Wesen gedacht wird.

 

In Mt 14, 22-33 ging Jesus über das Wasser. Ich vertraue darauf, dass Jesus auch heute und zu allen Zeiten über das Wasser gehen wird...

In unbedingtem Vertrauen in seinen und unseren Vater sagte Jesus zu seinen Jüngern: „Gebt ihr ihnen zu essen“ (Speisung der Fünftausend).

Ein profanes Beispiel: Von denen, die die Musik nicht hörten, mögen die, die tanzten, für verrückt gehalten werden...

 

 

Manfred Reichgeld

(06.06.2021)

 

 

Start: 19.12.2015