Wallfahrtskloster Bornhofen


 

Presseecho
 

Erinnerung an Franziskus

Musik und Lyrik boten in der Wallfahrtskirche Bornhofen Gelegenheit zu Andacht und Einkehr

Einen Musikabend zum Franziskusfest konnten die Gläubigen, die Musikfreunde und die Freunde der Franziskaner in der Wallfahrtskirche in Bornhofen erleben.

KAMP-BORNHOFEN. "Musik und Lyrik" war der Abend in der Wallfahrtskirche des Klosters Bornhofen überschrieben. Eigentlich war er aber eine musikalische und meditative Andacht in der Nachfolge Franz von Assisis, des Patrons der Umweltschützer. Pater Edwin Sekowski, Manfred Reichgeld und Irmgard Krämer sprachen die Texte, die sich auf das "Gebet des heiligen Franziskus von Assisi" bezogen. In ihnen ging es um Liebe, menschliches Wachstum und das Bemühen des Heiligen um Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung. An der Orgel saß Bezirkskantor Wolfgang Merkes aus Gerolstein, der ein Programm aus Kompositionen zusammengestellt hatte, die zum meditativen Charakter des Abends passten.

Als Einleitung das "Magnificat" (fünf Verse) von Samuel Scheidt (1587-1654). Ruhig und choralhaft mit Abwechslung in den Registern, mal leise und hell, dann wieder vollklingend registriert. Das war schöne, eingängige und leicht verständliche Musik dieses Komponisten der Vor-Bachzeit aus Halle und zur Einstimmung das Richtige.

Interessant und vermutlich neu für die meisten Musikliebhaber: die lebhaften, fröhlichen und festlich-frohen Kompositionen Friederich Wilhelm Marpurgs (1718- 1795). Der Kantor spielte zwei Sonatensätze aus Sonaten in a-moll und A-Dur und zeigte damit, dass dieser sonst nur als Musikkritiker und Musiktheoretiker bekannte Mann hörenswerte Musik komponiert hat. Ganz anders, nämlich langsam und getragen, die bekannte Pavane von Gabriel Fauré, die dieser 1887 komponiert hat. Eigentlich ist sie für Cello und Orchester geschrieben worden; hier wurde sie von der Orgel vorgetragen, und zwar durchaus adäquat: Teils einstimmig, teils sinfonisch mit subtilen Klangfärbungen und Schattierungen. Die Nähe zur spanischen Musik mit arabischen Einsprengseln war herauszuhören.

Ganz anders ein Präludium in c-Moll von Johann Sebastian Bach. Hier wurde nicht meditiert, sondern in dieser Komposition war heftige Bewegung, emotionaler Ausdruck und innere Auseinandersetzung.

An diesem Stück wurde die Klasse des Meisters der musikalischen Meister offenbar - und natürlich auch die beachtliche Spielkunst des Kantors.

Leise, beruhigend und meditativ die Kompositionen von Charles-Alexis Chauvet (1837-1871) und Théodore Dubois (1837-1924). Mit dieser Musik - wie die von Dubois" "cantilie religieuse" - konnten die Zuhörer zu sich finden und innere Einkehr halten.

Mit Joseph Gabriel Rheinberges kunstvoller, vielstimmiger Sonate endete die Musik zum Franziskusfest in der Wallfahrtskirche. Sie stellte insgesamt eine angemessene Würdigung des Heiligen und seiner geistigen und religiösen Haltung dar und bot Musik, die in ihrem meditativen Teil mit ihrer Innigkeit, Innerlichkeit und Schönheit den Besuchern gut tat und ihnen den Raum gab, Ruhe zu finden, zu sich zu kommen und Andacht zu halten.

Karl-Heinz Wolter