Das Gnadenbild im Wandel der Zeit
 

23. Das Krönungsfest des Gnadenbildes am 10. Mai 1925

  

„Herrlich wie das ganze Fest war schon der Auftakt dazu, der Einzug des mit der Krönung vom Hl. Vater beauftragten hochwürdigsten Herrn Bischofs Dr. Augustin Kilian von Limburg am Samstag. Camp, das liebliche Dorf im rheinischen Obstgarten, hatte zu diesem Einzug ein reiches Festkleid angelegt. Ein wogendes Meer von bunten Fahnen und Wimpeln begrüßte den Oberhirten, jedes Haus war bekränzt, prächtige Ehrenpforten zierten den Weg, den der Bischof nehmen sollte. Die Camper Einwohner hatten in heiliger Begeisterung Unglaubliches geleistet. Verehrungsvoll zogen sie dem Bischof in Prozession um 3 Uhr entgegen. In einer herzlichen Ansprache begrüßte ihn der Ortspfarrer Noll im Namen der treuen Katholiken beim Austritt aus dem Bahnhof. Dann ging es im feierlichen Zug zu dem wimpelgezierten Schiff am Rhein, das den hochwürdigsten Herrn mit seinem Gefolge aufnahm und ihn zu dem Gnadenorte brachte. Dort erwartete ihn am Ufer der Konvent der Franziskaner mit den Einwohnern von Bornhofen. Nach dem herzlichen Empfange ging es im Zuge nach der Gnadenkirche, wo eine kurze Andacht stattfand. Den Höhepunkt dieses Tages bildete abends eine glänzende Ovation, die die Camper und Bornhofener ihrem Bischof und den beiden inzwischen auch in Bornhofen zur Assistenz eingetroffenen  hochwürdigsten Herrn Weihbischöfe Dr. Mönch von Trier und Dr. Sträter von Köln darbrachten. Ein mächtiger Fackelzug mit Musik zog unter Gesang und Gebet von Camp her vor das Kloster. Dort hielt Herr Bürgermeister Geeb von Camp eine begeisterte Ansprache an die Herren Bischöfe, indem er ihnen die treue Ergebenheit der Bürgerschaft und ihre Liebe und Verehrung zu Kirche und Bischöfen ausdrückte. Der Kirchenchor sang einige mehrstimmige Gesänge. Im Auftrag der Bischöfe antwortete der hochwürdigste Herr Weihbischof von Trier in packenden Worten, die ihren Widerhall fanden in den brausenden Akkorden des Ambrosianischen Lobgesanges. Eine Lichterprozession schloß diesen schönen Tag.“

Quelle: St. Franziskus, Jahrgang 1925