Das Gnadenbild im Wandel der Zeit
5. Erhörungen und Gnadenerweise
Gebetserhörungen
„Die
Analen und Urkunden des Klosters berichten
eine Menge wunderbarer Heilungen, Errettung
aus mancherlei Gefahren und Gnaden der
Verschiedensten Art, welche durch die
Fürbitte der schmerzhaften Mutter erhalten
und durch die zuverlässigsten Zeugnisse
bekräftigt und bestätigt worden sind.
I. Ein
Ereignis ist durch ein bis heute noch
erhaltenes und im Kloster aufbewahrtes
Votiv-Täfelchen auf uns gekommen. Auf diesem
Gemälde ist das Bornhofener Gnadenbild und
vor demselben ein Mann mit dem Rosenkranz in
der Hand knieend dargestellt; unten sind
rechts die Worte zu lesen: „Anno 1710. Zur
hogsten lob und Ehr gottes und seiner heil.
Mutter hab ich disses deflien (Täfelchen)
machen lasen die mich von einer Wasser gefar
miraculvoll gerettet und erhalten worden“;
links steht der Name dessen, dem diese Gnade
widerfahren: „Benedictus Glöckner, steinmetz,
bürger und meister in Mainz“.
II. „...
Während der Zeit, daß die Herren P. P. mit
meiner Frau Mutter in der Kirche gewesen,
ging ich auf den Bänken, so ringsum in der
Stube waren, von einem Fenster zum anderen,
fleißig merkend auf die Rückkehr meiner Frau
Mutter: welche, als ich von fern ersehen,
fing ich an mit heller Stimme zu rufen:
Pappa! Mamma! von selbigem Augenblick an
habe ich nicht allein die Sprache, sondern
auch die vorige Fröhlichkeit und Gesundheit
erhalten.“
(Am
14. Juli 1720 im Klosterarchiv hinterlegt
von Ernestus von Lettig (geb. 1645),
Kommandant der Festung Ehrenbreitstein)
Quelle: Krebs, P. Jos. Aloys, C.Ss.R., Maria, du Königin der
Martyrer. Wallfahrtsbuch... insbesondere zu
dem Gnadenorte Bornhofen. Linz a. Rh. (1856)
In einem anderen Verzeichnis (1681-1743)
werden „gratiae“ (Gnadenerweise) aufgeführt,
die auf Anrufung der heiligen Jungfrau
geschehen sind: Merkwürdige und plötzliche
Heilungen von körperlichen Übeln und
Krankheiten verschiedener Art. Auch aus den
Jahren 1835 bis l861 wird von 9 wunderbaren
Gnadenerweisen in körperlichen und geistigen
Anliegen berichtet (mündliche und
schriftliche Aussagen unmittelbarer Augen-
und Ohrenzeugen).
Übereinstimmend bemerken die Verfasser der
vor genannten Verzeichnisse, dass es sich um
„Tatsachen“ bzw. außerordentliche
Gebetserhörungen und keine eigentlichen
Wunder handelt, die darum keinen anderen als
einen „historischen Glauben“ beanspruchen.
In der Wallfahrtskirche – links neben der
Gnadenkapelle – hängen über dem
Leyen-Epitaph mehrere Krücken, die Gläubige
nach ihrer Heilung zurückgelassen haben. |
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