Kirchplatz 2, 56341 Kamp-Bornhofen; Fon: (067 73) 959 780; Fax: (067 73) 959 7820 E-Mail: franziskaner@wallfahrtskloster-bornhofen.de
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Geschichte der Wallfahrtskirche

Um das Jahr 1400 lebte ein Ritter namens Johannes Brömser von Rüdesheim. Er hatte die Burg Sterrenberg über Bornhofen geerbt. Bis jetzt hatte er zwei Kirchen gebaut: die Pfarrkirche von Rüdesheim und die Wallfahrtskirche „Not Gottes” in der Nähe von Rüdesheim. Nun begann er auch in Bornhofen, am Fuße seiner neu erworbenen Burg, mit dem Bau einer Kirche, indem er die schon bestehende Kirche erweiterte. Mittlerweile starb er im Jahr 1416. Der Bau der Kirche wurde nach seinem Tod weitergeführt bis zur Vollendung (1435). So entstand die heutige Wallfahrtskirche.

 

Der ursprüngliche Hochaltar der Kirche war ein gotischer Flügelaltar. Die sechs bemalten Flügeltafeln befinden sich heute in den Museen zu Bonn und Darmstadt. Außerdem hatte die Kirche vier Nebenaltäre.

 

Das aus der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts stammende Gnadenbild wurde am 10. Mai 1925 vom Limburger Bischof, Dr. Augustinus Kilian unter Begleitung vom Weihbischof von Trier, Dr. Antonius Mönch und vom Weihbischof von Köln, Dr. Sträter feierlich gekrönt. Die Gnadenkapelle mit dem prächtigen Altar aus Marmor ist eine Stiftung des Kurfürsten und Erzbischofs von Trier, Johann Hugo von Orsbeck (1676 – 1711). Am 25. Juli 1691 wurde der Gnadenaltar vom Trierer Weihbischof konsekriert. Einige Jahre später ließ der Stifter der Gnadenkapelle auch die jetzige Vorhalle an die Kirche anbauen. Um 1780 wurde der Hochaltar errichtet. Als Modell hat man offensichtlich den Gnadenaltar genommen, da der ganze Aufbau, nur in vergrößertem Maßstab, diesem entspricht. Auch wurde dasselbe Material, schwarzer, weißgeaderter Lahnmarmor verwendet. Das Gemälde stellt die Aufnahme und Verherrlichung Mariä in den Himmel dar. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts war die Kirche aufs reichste ausgestattet. Da kam die unselige Zeit der Säkularisation über Deutschland. Sie sollte auch für die Wallfahrtskirche von Bornhofen eine unselige Zeit werden.

 

Bei der Aufteilung der geistlichen Besitztümer fielen die rechtsrheinischen Teile des Kurfürstentums Trier dem protestantischen Herzog Friedrich Wilhelm von Nassau zu. Dieser ließ die Kirche in Beschlag nehmen. Nach dem, am 2. Februar 1813, zum letzten Mal gefeierten Gottesdienst wurde die Kirche geschlossen und zum Abbruch bestimmt. Doch verhinderte vorerst der Krieg, der in diesem Jahr ausbrach, die Ausführung des Planes. Im folgenden Jahr übergab der Herzog das gesamte Inventar der Wallfahrtskirche der katholischen Pfarrgemeinde St. Bonifatius in Wiesbaden. Diese wollte damals die erste katholische Kirche Wiesbadens bauen. Auch die Glocken aus der 1. Hälfte des 15. Jahrhunderts wurden nach Wiesbaden überführt und befinden sich heute in der dortigen Bonifatiuskirche. Sogar das Gnadenbild sollte nach Wiesbaden gebracht werden. Schon war alles zum Abtransport bereit. Aufgrund aber eines erbitterten Widerstandes der Bevölkerung und wegen eines tödlichen Unfalls beim Versuch, das Gnadenbild von seinem Platz herunterzuholen, ließ der Herzog zuletzt von seinem Plan ab. Dies wurde als Zeichen des Himmels gedeutet. So blieb der Wallfahrtskirche ihr kostbarster Schatz, das Gnadenbild, erhalten. Neun Jahre lang blieb die Kirche den Pilgern verschlossen. Um wenigstens einen kurzen Blick auf das Gnadenbild werfen zu können, brachen die Pilger ein Fenster in die Mauer, das noch heute vom Klosterfriedhof aus in seinen Umrissen zu erkennen ist.

 

Immer noch bestand der Plan des Herzogs, die Kirche abbrechen zu lassen. Aber die Vorsehung Gottes hatte andere Wege. Der Gnadenort sollte noch vielen Menschen Trost und Hilfe bringen, er sollte nicht untergehen. Die Liebe zur Mutter Gottes bewog die Besitzer des ehemaligen Klosters und die Bürger von Bornhofen, die Kirche samt dem Gnadenbild wieder zurückzukaufen (1820). Am 6. Mai 1821 wurde wieder nach neunjähriger Unterbrechung ein Gottesdienst in der Wallfahrtskirche gefeiert.

 

Als zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Wallfahrt immer mehr zunahm, wurde die Kirche zu klein. Deshalb wurde 1912 neben der Kirche ein Pilgerplatz errichtet, der 1932 vergrößert wurde. Aber die Wallfahrer waren zu sehr der Witterung und dem wachsenden Straßenverkehr ausgesetzt. So wurde in zehn-jähriger Bauzeit die große Pilgerkirche gebaut. Nach den Plänen des Architekten Feldwisch-Drentrup aus Osnabrück  wurde hier nicht nur ein zweckmäßiger, sondern ganz sakraler Raum geschaffen. Die Innenausstattung: Altar, Reliefs und Kreuzweg schuf der Bildhauer Arnold Morkramer aus Bruchertseifen im Westerwald. Gleichsam als Brücke zwischen alt und neu verbindet die ebenfalls neu erbaute  Beichtkapelle die altehrwürdige kleine Wallfahrtskirche mit der großen modernen Pilgerkirche.

 

Der apostolische Nuntius, Erzbischof Konrad Bafile, Bad Godesberg, feierte am 15. Juni 1969 die erste Hl. Messe in der neuen Pilgerkirche, deren offizielle Einweihung am 3. Mai 1970 von Weihbischof Walther Kampe, Limburg, vorgenommen wurde.

Start: 19.12.2015