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Auf ein Wort

2018

© Martin Manigatterer / In: Pfarrbriefservice.de

 

Einzig die Liebe

 

 

 

Es sind die Augenblicke des Ergriffenseins, die ein Leben bestimmen. Es gibt das Ergriffensein durch den Schmerz, durch das Schöne, … , durch die Liebe. Aus den Märchen unserer Kindertage wissen wir, dass einzig die Liebe die Kraft besitzt, glücklich und frei zu machen. Sie vermag uns über Berge und Meere zu tragen „in ein jenseitiges Land voller Zauber und Träume“.

 

In seinem 1. Brief an die Korinther schreibt der Apostel Paulus: „Die Liebe ist langmütig, gütig, nicht eifersüchtig, sie ist nicht unanständig und sucht nicht den eigenen Vorteil. Sie erträgt alles, hofft alles, übersteht alles. Die Liebe hört nie auf... (1 Kor 13, 4-7).

 

Die Liebe – der Grund und der Ursprung allen Seins – lässt uns leben. Sie ist die Kraftquelle, die uns durchfließt und uns zu dem erhebt, wozu wir selbst niemals imstande wären. Und doch ist die Liebe unendlich mehr als nur eine Kraft. In und über allem steht jemand, der auf uns als Menschen mit jener unüberbietbaren Energie zu wirken vermag, die wir „Liebe“ nennen. Diese Liebe trägt uns über Berge und Meere und zuletzt in ein jenseitiges Land voller Zauber und (dann erfüllter) Träume.

 

Wüsste ich alle Geheimnisse und besäße ich alle Erkenntnis, doch hätte ich die Liebe nicht, wäre ich ein Nichts“ (1 Kor 13, 2).

 

 

Pater Hugon Superson OFM

 

Manfred Reichgeld

 

(04.12.2018)

"Ewiges Leben" - © saftladen / cc0 – gemeinfrei / Quelle: pixabay.com

 

 

Die Frage aller Fragen

 

 

Gott ist unendlich größer als alle unsere Begriffe und Bilder und jenseits von dem, worüber Größeres nicht gedacht oder auch nur erahnt werden kann. - Wir sprechen (bildhaft) von den verborgenen Sprachen zwischen Himmel und Erde, vom Licht in der Dunkelheit, … In keiner Rede und in keinem Bild „haben“ wir Gott. Und doch glauben wir, dass wir auf der Suche nach „Ihm“ nicht ins Leere laufen und nicht nur hoffend und sehnend von einer unerreichbaren Wirklichkeit sprechen.

 

Gott ist der Gott der Menschen, der sich durch Wort und Tat in der Geschichte zu erkennen gibt – unüberbietbar und endgültig in der Person Jesu, der uns in ganz einmaliger Weise Gott als „Unser Vater“ lehrt, als den, der dem Verlorenen nachgeht, der uns wie Freunde anredet und in seine Gemeinschaft einlädt.

 

Gottes Liebe und Treue zu den Menschen wird dadurch offenbar, dass er Jesus nicht im Tode lässt, sondern ihn auferweckt zu einem neuen, endgültigen Leben – der Anfang und der Grund für das, was uns als „Ewiges Leben“ zugesagt ist: „Wie ich lebe, so werdet auch ihr leben.“ - „Gott ist die Liebe.“ Das ist die zusammenfassende Antwort des Neuen Testaments auf die Frage aller Fragen.

 

Pater Hugon Superson OFM

 

Manfred Reichgeld

(13.11.2018)

Bild: Martin Manigatterer / In: Pfarrbriefservice.de

 

Gott ist die Liebe

 

 

 

Wenn wir in den Texten des Neuen Testaments auf Jesus schauen, auf das, was er gesagt und getan und wie er gelebt hat, erfahren wir, wer und was Gott ist: „Wer an den Vater glaubt, der glaubt an den Sohn und wer an den Sohn glaubt, der glaubt an den Vater (1 Joh 4,16-21). In Jesus sehen wir das Wesen Gottes: die ewige, grenzenlose, vollkommene Liebe.

 

Wer Gott als die Liebe entdeckt, geht wie von außen nach innen, fühlt sich gedrängt, selbst aus Liebe zu handeln und sein Leben darin bestimmt zu sehen – für sich und für andere. Wer aus der Liebe lebt, weiß sich geborgen in der „ewigen Liebe“, die uns in dem was Jesus sagt und tut wegweisend vor Augen kommt.

 

Wir wissen, dass das Feine und Schöne oft auch zerbrechlich und leicht zu zerstören ist. Das gilt auch für die Liebe – wenn wir wie gelähmt stehen bleiben, mutlos und ohne Zuversicht und nur um uns selbst kreisend allein unterwegs sind, suchen – und ohne Liebe – nicht ankommen.

 

Gott ist die einzige Hoffnung des Menschen, dass am Ende alle Tränen abgewischt sind und die Liebe obsiegt.

 

Pater Hugon Superson OFM

 

Manfred Reichgeld

 

(11.10.2018)

 

 

 

Hoffnung

 

Fragen wir unseren Sprachgebrauch, was unter Hoffnung zu verstehen sei, worauf sie sich richtet und was in ihr „erhofft“ werde, so lässt sich sehr allgemein sagen, dass es (mit uns selbst) gut ausgehe, dass sich „etwas“ erfüllt und wir zuletzt ein glückliches Ende erwarten. - Je unterschiedlich hoffen wir auf ein erfülltes Leben, auf einen schneereichen oder milden Winter,  auf sonniges Urlaubswetter usf.

 

 

„Der Mensch ist von Geburt und von Schöpfungs wegen und bis in den Kern seiner Natur ein hoffendes Wesen“ (J. Pieper). Neben den vielen kleinen und  größeren täglichen Hoffnungen hoffen wir zuletzt auf das, was am Ende unverrückbar bleibt und über Zeit und Raum hinaus Bestand hat: auf das Ganz-sein und Heil-werden in der Liebe Gottes.

 

 

Dieser Liebe kommen wir nah, erfahren sie selbst und können sie weitergeben, wenn wir uns dem göttlichen Wirken öffnen: hören und glauben, dass wir in allem angenommen sind, auch in dem, was uns hoffnungslos erscheint. Die vier Worte aus dem Psalm 23 „Du bist bei mir“ sind der Ur-Grund unserer Hoffnung: Wir können der göttlichen Liebe vertrauen, die uns ins Leben rief und diesen Ruf niemals mehr zurücknimmt.

 

 

Pater Hugon Superson OFM

Manfred Reichgeld 

 

Neuanfang

 

 

In den Texten des Neuen Testaments wird deutlich, dass Jesus nicht hier und da ein wenig verändern, sondern einen umfassenden, wirklichen Neuanfang wollte. Gegen die dämonischen Kräfte und die Gottesferne setzte er das unbedingte Vertrauen, die Befreiung des Einzelnen zur Selbsterkenntnis und zur Entfaltung der eigenen Identität.

 

Dass die Pharisäer und Schriftgelehrten sich gegen das Weltbild, in dem Jesus lebte und dachte, mit aller Macht zu wehren suchten („Ist es am Sabbat erlaubt zu heilen?“ …) erfahren wir in allen Evangelien.

 

Neuanfang im Sinne Jesu meint nicht „Abriss“ oder „Zerstörung“, sondern Wiederherstellung, Aufrichtung, Gesundung von Krankheit, jeden Einzelnen in seiner Eigenart verstehen und annehmen, gelten lassen, was uns in unseren Träumen und Hoffnungen bewegt, mich auch mit meinen Fehlern und Nichtigkeiten angenommen und geliebt zu wissen.

 

„Nur Gott ist gut.“ Nichts kann tröstender, befreiender und heilender wirken als dieses Wort Jesu, das alle Fragen löst.

 

 

Pater Hugon Superson OFM

Manfred Reichgeld

(Mai 2018)

 

Start: 19.12.2015